Die semantische Felder der deutschen Sprache

Die semantische Felder der deutschen Sprache

Mit dem Problem der Bedeutungsbeziehungen im lexikalisch – semantischen System ist der Begriff „semantisches Feld“ verbunden. Im Allgemeinen versteht man unter Wortfeld die Gesamtheit von Wörtern und Ausdrücken, die dem gleichen Sprachsystem und der gleichen Wortklasse angehören und mindestens ein gemeinsames semantisches Merkmal haben.

Аннотация статьи
Semantische Valenz
Semantisch-syntaktische Felder
Lexikalisch-semantische Felder
Ключевые слова

Die Sprache und ihre Einheiten sind dem Menschen a priori eigen und formen sein Denken. Einerseits hat das Wort keine selbstständige Bedeutung, die Bedeutung ist relativ, d. h. das Wort bekommt seine Bedeutung nur im Wortfeld. Andererseits ist die Wortbedeutung als Resultat des Erkenntnisprozesses. Die Bedeutungsbeziehungen des Wortes zu anderen Wörtern innerhalb des Wortfeldes sind aber auch sehr wichtig, denn von ihnen kann die Wortbedeutung abhängen. Man betrachtet die Gliederung der Lexik in Wortfeldern als Resultat einer realen sprachlichen Entwicklung des Wortbestandes einer Sprache und unterscheidet verschiedene Arten von Wortfeldern:

Nominative Felder (thematische Gruppen, thematische Reihen).

  1. Lexikalisch-semantische Felder. Die Wörter, die zu diesen Feldern gehören, variieren die allgemeine Bedeutung, die diesen Feldern zugrunde liegt.
  2. Semantisch-syntaktische Felder. Diesen Feldern liegen syntagmatische Bedeutungsbeziehungen des Wortes zugrunde. Es geht hier um die syntaktische und semantische Valenz des Wortes, seine Distribution als Gesamtheit aller Umgebungen. Damit umfasst das semantisch-syntaktische Feld eines Wortes alle seine syntaktischen und semantischen Mitspieler.

Als besondere Arten von Wortfeldern kann man semantische Gruppierungen betrachten, die auf einer verallgemeinerten Bedeutung der wortbildenden Elemente beruhen. Die Wörter werden dabei nach ihrem Sinngehalt und nicht nach ihrer Entstehung (Etymologie) gruppiert. Wortfelder sind strukturiert als vielschichtige Gebilde. Den Kern des Feldes bildet ein Hyperonym, ein Oberbegriff, ein neutrales Wort, das ein beliebiges Element des semantischen Feldes ersetzen kann. In der Peripherie liegen stilistisch markierte Wörter und feste Wortkomplexe. Sie enthalten in ihren semantischen Strukturen begrifflich wertende Seme oder Einstellungsseme. Syntagmatische Bedeutungsbeziehungen sind im Gegensatz zu den paradigmatischen Beziehungen lienale, horizontale Anreihungsbeziehungen der Spracheinheiten in einem Syntagma, einer Wortverbindung oder im Satz. Die sprachlichen Zeichen treten im konkreten Rede Akt nicht isoliert auf, sondern verbinden sich mit bestimmten „Partnern“. Zwischen Paradigmata und Syntagmatik bestehen ein dialektischer Zusammenhang und eine wechselseitige Beeinflussung. Die lexikalische Bedeutung eines Wortes legt wesentliche Bedingungen für die Kombinierbarkeit mit anderen Worten fest. Die Untersuchung und Erschließung der Wortbedeutung muss paradigmatische und syntagmatische Bedeutungsbeziehungen des Wortes zu anderen Wörtern berücksichtigen, d. h. die Stellung des Wortes in betreffenden thematischen Gruppen, lexikalisch- semantischen und lexikalisch-syntagmatischen Feldern.

Unter Valenz versteht man die Fähigkeit des Wortes andere Wörter an sich zu bindenKennzeichnend für die Valenztheorie von heute ist die Tatsache, dass frühere Betonung des grammatisch- syntaktischen Aspekts überwunden ist. Heute ist in die Valenztheorie auch die semantische Valenz eingeschlossen. Das heißt, die Wörter fordern bestimmte Kontextpartner mit bestimmten Bedeutungsmerkmalen und schließen andere Kontextpartner mit anderen Bedeutungsmerkmalen aus. Die semantische Valenz regelt die Besetzung von Leerstellen mit Klassen von Partnern, die semantisch durch bestimmte Bedeutungsmerkmale festgelegt sind. Das erfolgt auf Grund der Kompatibilität der Bedeutungsmerkmale der beiden Kontextpartner (intralinguistisch). Die Kompatibilität ist ihrerseits in der außensprachlichen Realität motiviert. Bei der semantischen Valenz handelt es sich somit um Selektionsbeschränkungen, die auf Grund der semantischen Kompatibilität zwischen den Kontextpartnern reguliert werden. Der Valenzbegriff wird erweitert von der syntaktischen auf die logisch-semantische Ebene. Semantische Valenz und lexikalische Kombinierbarkeit gelten als syntaktisch-strukturelle Merkmale der lexikalischen Bedeutung. Sie beruhen auf den Gesetzen der semantischen Kongruenz von Wörtern.

Die Valenz ist als Potenz aufzufassen und die Kombinierbarkeit als Realisierung dieser Potenz. In diesem Zusammenhang spricht man von der Selektivität der Kombinierbarkeit. Unter Selektivität versteht man die Eigenschaft eines Wortes, seine lexikalische Umgebung mehr oder weniger festzulegen. So besitzen, z. B., einige Adjektivgruppen eine stärkere, die anderen eine geringere Selektivität. Zu den ersten gehören Adjektive, die ein Material, den Intellekt bezeichnen, und fachsprachlich sind. Zu der zweiten Gruppe gehören Adjektive, die, z. B., ein Maß bezeichnen, eine bestimmte Intensität, eine positive Wertung ausdrücken. Sie treten in syntaktischen Verbindungen mit Substantiven unterschiedlicher semantischer Gruppen auf.

Die Valenz fixiert das syntaktisch und das semantisch notwendige WortumfeldDas sind nicht alle in der Umgebung eines Wortes auftretenden Elemente, sondern nur die konstitutiven, valenzabhängigen Elemente. Die Valenzbeziehungen von Wörtern werden vorwiegend mit Hilfe der Rektion realisiert.

Die Kombinierbarkeit des Wortes umfasst syntagmatische Verbindungen mit freien Erweiterungen in linearer Reihe. Im Unterschied zum Valenz trägt die Kombinierbarkeit einen WahrscheinlichkeitscharakterDas bedeutet, dass die Menge der syntagmatischen Verbindungen eines Wortes potenziell unendlich ist. Die Kombinierbarkeit ist weiter als der Begriff der Valenz. Die Kombinierbarkeit umfasst nicht nur valenzabhängige, sondern auch valenzunabhängige, usuelle und okkasionelle Beziehungen. Die Valenz hingegen fixiert die obligatorische semantisch-syntaktische Umgebung des Wortes. Die kombinatorischen Fähigkeiten des Wortes sind durch bestimmte Faktoren bedingt.

Die Valenzbeziehungen können erschöpfend beschrieben werden, aber eine erschöpfende Beschreibung der Kombinierbarkeit ist praktisch unmöglich.

Die Prozesse der Generalisierung und Spezialisierung sind nicht isolierte Prozesse, sondern Folgeerscheinungen der Veränderungen in den synonymischen Reihen. Eine Spezialisierung der Bedeutung tritt gewöhnlich dann ein, wenn die synonymische Reihe durch neue Lexeme gleichen Sachverhalt aufgefüllt wird.

Die sprachlichen Gründe des Bedeutungswandels hängen mit der Systemhaftigkeit des Lexikons zusammen. Das Lexikon bildet eine Struktur, d. h. eine geordnete Schichtung der Lexeme in verschiedenen Klassen und Gruppen. Die Entwicklung der sprachlichen Zeichen wird ständig von der Anordnung der Lexeme in verschiedenen lexikalisch-semantischen Gruppen bzw. Wortfeldern und von ihren Wechselbeziehungen bestimmt und geregelt. Lexeme, die verschiedene lexikalische Mikrostrukturen bilden, weisen in ihrer Entwicklung bestimmte Gesetzmäßigkeiten auf. Eine dieser Gesetzmäßigkeiten ist die Tendenz nach kommunikativer Deutlichkeit zu erklären.

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