Die Beziehungen der Phonetik zu den natur-und Gesellschaftswissenschaft

Die Beziehungen der Phonetik zu den natur-und Gesellschaftswissenschaft

Die Phonetik befasste sich ursprünglich vor allem mit der physiologischen Gestaltung der Sprachlaute und wurde dementsprechend als Physiologie der Sprachlaute, Sprachlautlehre oder Lehre von den Sprachlauten bezeichnet.

Аннотация статьи
die vergleichende oder komparative Phonetik
Die historische oder diachronische Phonetik
die beschreibende oder synchronische Phonetik
Luftstromdynamik
Ключевые слова

Heutzutage ist die Phonetik aber mehr als nur Sprachlautlehre, denn in den Bereich der phonetischen Analyse wurden mit der Zeit alle lautlichen Erscheinungen der Sprache miteinbezogen, die N. S. Trubetzkoy mit dem Terminus prosodische Mittel bezeichnet. Gemeint sind die Mittel, die die lautliche Struktur der phonetischen Silbe, der rhythmischen Gruppe, des Sprechtaktes, des Satzganzen bestimmen. Entsprechend kann die Phonetik als Lehre von den Sprachlauten und den prosodischen Mitteln der Sprache bezeichnet werden.

Praktische Bedeutung:

  1. Die Phonetik bildet die Grundlage für die Methodik des Sprachunterrichts.
  2. Die Phonetik ermöglicht uns die Normen der Orthoepie festzustellen (Kunst des Lesens).
  3. Die Phonetik bildet die Grundlage für die Schaffung der Schrift.
  4. Die Phonetik dient zur Vervollkommnung der Normen der Rechtschreibung und gilt als Grundlage der Rechtschreibreform.
  5. Die Erkenntnisse der Phonetik werden angewandt in der Gesangpraxis, in der Sprechpraxis, in der Heilpädagogik (Logopädie).

Die Errungenschaften der Phonetik werden benutzt bei der Schaffung der Roboter, die mit der Stimme gesteuert werden.

Die Phonetik ist auf engste mit der Phonologie verbunden, der sie Stoff zur sprachlichen Wertanalyse bietet und deren Arbeitsergebnisse sie sich selbst zu Nutzen macht.

In engen Beziehungen steht die Phonetik zu allen übrigen Teilgebieten der Sprachwissenschaft. Ohne Phonetik kann weder die Grammatik noch die Lexikologie, die Etymologie oder die Geschichte der Sprache auskommen, denn die Bedeutung der sprachlichen Elemente ist unmittelbar mit ihrer lautlichen Form verbunden.

Man unterscheidet die grammatischen Formen gebe-gäbeVater- Väter voneinander nur dank ihrer verschiedenen lautlichen Form.

Die Lexikologie sucht und findet Gemeinsames in der Bedeutung der Wörter Beobachtung, beobachten, verachten, achten, beachten, achtbar, achtsam, die Acht, ächten usw., weil sie alle den Lautkomplex acht enthalten.

Die Etymologie findet Gemeinsames in dem lateinischen Wort Plenum, dem russischen полный und dem deutschen voll, weil sie in allen drei Wörtern den Lautkomplex pl vorfindet und dabei die Verschiebung des indoeuropäischen [p] zum germanischen [f] berücksichtigt.

Die Sprachgeschichte führt das Suffix -er der deutschen Gegenwartssprache auf das lateinische Suffix -arius zurück, weil es solche Übergangsformen vom lateinischen -arius zum nhd. -er gibt wie das ahd. -ari und das mhd. -äre.

Im Gegensatz zu den übrigen Teilen der Sprachwissenschaft tritt die Phonetik in enge Beziehungen zur Physik, Mathematik, Physiologie, Röntgentechnik, Kinematographie, Medizin usw.

Die Gesetzmäßigkeiten der Akustik dienen der Phonetik zur Bestimmung der akustischen Eigenschaften der Sprachlaute und der Sprechmelodie.

Der Umfang der Resonatoren des Ansatzrohres, die Größe der Mundöffnung, der Eigenton der Laute werden auf mathematischem Wege ermittelt.

Bei der Erklärung der Sprachlautbildung und der Aufnahme der Sprachlaute durch das Gehör geht die Phonetik von der Physiologie der Sprechorgane und des Gehörorgans aus.

Der Röntgentechnik und Kinematographie bedient sich die Phonetik bei der Aufnahme der Sprechorgane beim Sprechen.

Dazu kommt die Benutzung verschiedener elektromagnetischer Apparate bei wissenschaftlichen Forschungen und praktischer Anwendung der Phonetik im Unterricht, im Rundfunk und Fernsehen.

Die menschliche Rede ist kompliziert. Sie findet ihren sprachlichen Ausdruck in vielen Sprachen, und jede Sprache hat ihre besondere historische Entwicklung. Dementsprechend ist auch die lautliche Seite der menschlichen Rede sehr mannigfaltig, die Erforschung ihrer spezifischen Kennzeichen erfordert spezielle Methoden. Dadurch ist die Entwicklung mehrerer Zweige der Phonetik zu erklären.

Man unterscheidet folgende Zweige der Phonetik:

  1. Die allgemeine Phonetik erforscht die lautliche Seite der menschlichen Rede vom Standpunkt der artikulatorischen Möglichkeiten der menschlichen Sprechorgane aus und ein Teilgebiet der allgemeinen Sprachkunde.
  2. Die beschreibende oder synchronische Phonetik untersucht die lautliche Seite einer konkreten Sprache oder einer Sprachfamilie in ihrem gegenwärtigen Zustand oder während einer kurzen historischen Zeitspanne. Die beschreibende Phonetik ist damit ein wichtiger Teil der Sprachwissenschaft.
  3. Die historische oder diachronische Phonetik verfolgt die lautliche Entwicklung einer Sprache oder einer Sprachfamilie während einer längeren Zeitspanne. Die historische Phonetik ist ein wichtiger Teil der Sprachgeschichte.
  4. Die vergleichende oder komparative Phonetik vergleicht die Lauterscheinungen von zwei oder mehreren verwandten oder nicht verwandten Sprachen miteinander. Wenn der Vergleich auf die Gegenwart oder auf eine kurze Zeitspanne beschränkt wird, spricht man von einer synchronischen vergleichenden Sie zeigt, wie sich das Lautsystem der Fremdsprache zum Lautsystem der Muttersprache verhält. Erstreckt sich der Vergleich auf eine größere Zeitspanne, so hat man es mit einer diachronischen vergleichenden Phonetik zu tun. Sie dient der geschichtlichen Erforschung der Lautsysteme verwandter Sprachen, Sprachgruppen, Sprachfamilien.
  5. Die angewandte Phonetik ist eine Hilfswissenschaft für viele Gebiete praktischer Sprachanwendung und andere Wissenschaften. Die Arbeitsergebnisse der Phonetik finden die Anwendung in der Spracherziehung, der Schauspielkunst, der Musikwissenschaft, der Logopädie und Pathologie der Stimme.
  6. Oft wird auch die sogenannte experimentelle Phonetik als besonderer Zweig der Phonetik angesehen, jedoch hat man hier mit einer besonderen instrumentalen Methode zu tun, die in allen Zweigen der Phonetik angewendet werden kann.
  7. Die Lautsprache beruht darauf, dass Luft durch einen Kanal strömt, die zum Träger eines Klanges und/oder Geräusches gemacht wird.

Die anatomischen Strukturen, die dies leisten, bilden kein eigentliches Stimm- oder Sprechorgan. Aus dem Zusammenspiel von Lungen, Kehlkopf, Zunge, Zähnen, Lippen usw. in ihrer Sekundärfunktion ergibt sich die eigentliche Sprechapparatur.

Die Erzeugung von Schall mittels dieser Apparatur geschieht mit Hilfe von drei verschiedenen Mechanismen: Die eingeschlossene Luft wird in Bewegung versetzt, die dadurch erzeugte Luftströmung wird zur Bildung von Klängen oder Geräuschen benutzt.

Das Freisetzen von Bewegungsenergie für die Sprachproduktion erzeugt einen Luftstrom im Lautgang und wird deshalb als Luftstromdynamik bezeichnet.

Der Kehlkopf versetzt diesen Luftstrom durch rasches periodisches Schließen und Öffnen in Schwingung. Dies wird als Stimmgebung oder Phonation bezeichnet.

Sämtliche Ventile können schließlich daran beteiligt sein, den Luftstrom so zu modifizieren, dass ein Geräusch entsteht bzw. dass der durch die Phonation produzierte Klang in seiner Charakteristik verändert wird. Dies nennt man Artikulation.

Das Ansatzrohr ist ein aus drei Kammern bestehender Hohlraum, der am oberen Ende von den Mundlippen bzw. Nasenlöchern und am unteren Ende vom Spalt zwischen den Stimmlippen begrenzt wird. Die drei Kammern sind der Mundraum, der Nasenraum und der Rachenraum. Das Ansatzrohr ist mit Muskeln und Schleimhäuten ausgekleidet.

Man unterscheidet aktive (bewegliche) und passive (unbewegliche) Sprechorgane.

Zu den aktiven Sprechorganen gehören die Lippen, der Unterkiefer, die Zunge, das Gaumensegel, die Stimmlippen, das Zäpfchen. Diese Sprechorgane spielen bei der Lautbildung die Hauptrolle. Zu den passiven Sprechorganen gehören die Zähne, der harte Gaumen, der weiche Gaumen, die Alveolen und der Oberkiefer.

Текст статьи
  1. Duden «Die Grammatik». Deutschland, 2010.
  2. Щерба Л. В. Опыт общей теории лексикографии. Moсква, 1957.
  3. Duden. Band I. Die deutsche Rechtschreibung. 20., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Duden Verlag. Mannheim. Leipzig. Wien. Zürich,1991.
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