Theorie des funktionalen stilbegriffs

Theorie des funktionalen stilbegriffs

Die Sprache benutzt der Mensch in allen Sphären seiner Tätigkeit und je nach der Sphäre, je nach dem Kommunikationsbereich haben sich in der Sprache einige Verwendungsweisen herausgebildet, die sogenannten Funktionalstile.

Аннотация статьи
der Stilbegriff
Nominalblöcke (Mittel der Kürze)
Komposita
Abstrakta
Substantive mit den Suffixen
Ключевые слова

Der funktionale Stilbegriff ruht auf der Anerkennung des gesellschaftlichen Charakters der Sprache.

Die Sprache hat zwei wichtige Funktionen:

  1. die kommunikative Funktion – die Sprache dient der Übermittlung von Gedanken, Kenntnissen, Erfahrungen und Gefühlen der Menschen;
  2. die kognitive Funktion – die Sprache ist das Werkzeug der Erkenntnis, sie ist auf engste mit dem Denken verbunden.

Unter dem funktionalen Stil versteht E. Riesel die historisch veränderliche, funktional und expressiv bedingte Verwendungsweise der Sprache auf einem bestimmten Gebiet menschlicher Tätigkeit, objektiv verwirklicht durch eine zweckentsprechend ausgewählte und gesetzmäßig geordnete Gesamtheit lexischer, grammatischer und phonetischer Mittel.

Funktionalstile:

  1. Stil der Wissenschaft;
  2. Stil des offiziellen Verkehrs;
  3. Stil der Presse und Publizistik;
  4. Stil der Belletristik;
  5. Stil der Alltagsrede.

Jeder Stiltyp bildet eine hohe Abstraktion, die sich auf die Wirklichkeit in konkreten Texten projiziert. Erst durch den Text wird jeder Stil materiell greifbar und fühlbar.

Jeder Stil hat seine gesellschaftlichen Aufgaben, seine Funktion (daher Funktionalstil), sein Ziel. Diese Aufgabe bestimmt zwangsläufig besondere Merkmale und Eigenschaften jedes Stils, seine Stilzüge. Sie werden sprachlich realisiert, aber jedes Mal in verschiedenen Kombinationen, Frequenz und Distribution.

Einer der Grundbegriffe der funktionalen Stiltheorie ist der Stilzug. Der Stilzug ist ein Verbindungsglied zwischen dem Ideellen (Inhalt, Thema, Funktion der Aussage) und dem Materiellen (sprachliche Mittel der Grammatik, Phonetik, Lexik) zum Ausdruck eines bestimmten Inhalts.

Die Stilzüge sind Ordnungsprinzipien des Textes, die die Wahl der Sprachelemente regeln und bedingen. Sie selektieren und kombinieren diese sprachlichen Mittel auf die Art, die nur dem Text dieses Stils eigen ist, und bilden damit die Norm dieses Stilbereiches.

Der Funktionalstil besteht aus folgenden Komponenten:

  1. Bereich (Kommunikation, Gebiet der Tätigkeit);
  2. Kommunikationsfunktion (Zweck und Intention der Aussage, gesellschaftliche Aussage);
  3. Stilzüge (als Merkmale des Textes, die vom Zweck, von der Funktion abhängen);
  4. Redegenres.

sprachliche Realisierung (verschiedene sprachliche Mittel auf drei Ebenen in bestimmter Kombination, Frequenz und Distribution, die in den Texten zu stilistischen Mitteln werden, weil sie die Merkmale des Stils an die Oberfläche des Textes bringen).

1. Stil des offiziellen Verkehrs.

Grundfunktion dieses Stils ist die offizielle schriftliche und mündliche Verständigung zwischen den Ämtern und Behörden untereinander und zwischen öffentlichen Organisationen und dem Publikum. Es geht um Amtsdokumente, Gesetze, Vorschriften, um die Gestaltung der Diplomaten-, Gerichts- und Handelskorrespondenz und aller mündlichen Ansprachen bei offiziellen Anlässen.

Der Stil des offiziellen Verkehrs ist durch Unpersönlichkeit, Sachlichkeit, gedrängte Kürze, streng literarische Form, leichte Fassbarkeit charakterisiert.

Der Kürze dienen auf der grammatischen Ebene Nominalblöcke (Genitivketten), erweiterte Attribute, Infinitivgruppen (um...+ zu + Inf.). Zur Unpersönlichkeit des Textes trägt auch das Passiv bei.

Auf der lexischen Ebene sind es Komposita, abstrakte Substantive auf -ung und -heit (die sind fähig, Genitivketten zu bilden), Aufzählungen, die sogenannten analytischen Verbformen (sie zwingen den Sprechenden zur Nominalausdrucksweise), Präpositionen wie „vermittels“„betreffs“ usw. Die Grundbasis der Lexik machen die Wörter mit der normalsprachlichen Stilfärbung n1-n2-n3 aus (nach der Rieselschen Skala). Mangel an expressiven, bildlichen und bildhaften Wörtern verleiht den offiziellen Texten Sachlichkeit und Steife.

Die Gesamtheit dieser sprachlichen Mittel (in einer bestimmten Kombination und Frequenz) markiert den Text als sachlich und offiziell.

2. Stil der Wissenschaft.

Grundfunktion des Stils der Wissenschaft ist die Vermittlung von Erkenntnissen, die Wissenschaft erforscht Gesetzmäßigkeiten der Erscheinungen der Realität, systematisiert Fakten und Ergebnisse der Forschung und verankert sie in neuen Begriffen. Im Mittelpunkt jeder wissenschaftlichen Abhandlung steht ein Problem. Bei der Lösung des Problems werden Betrachtungen angestellt, es wird verglichen, widersprochen, argumentiert, geschlussfolgert, gegenübergestellt, widerlegt, dabei ist man sachlich, logisch, objektiv. Alle Textsorten dieses Stils zeichnen sich durch Abstraktheit, Kürze, Klarheit aus. Zur Realisierung der obengenannten Stilzüge werden in verschiedener Kombination, Frequenz und Distribution entsprechende sprachliche Mittel verwendet.

Auf der grammatischen Ebene werden zum Ausdruck der Unpersönlichkeit das Präsens und das Passiv gebraucht. Zum Ausdruck der Kürze dienen Aufzählungen, Nominalblöcke, Parenthesen, erweiterte Attribute, Partizipialgruppen, Infinitivgruppen.

Auf der lexischen Ebene sind es Nominalisierungen (Substantive mit den Suffixen -ung, -heit, -keit), Nominalblöcke (Mittel der Kürze), Komposita, Abstrakta, viele Termini. Das Fehlen von expressiven Ausdrücken (keine Tropen, keine bewertenden Wörter, keine gesenkte, gehobene und charakterologische Lexik, keine bildhaften Wörter) zeugt von Sachlichkeit und Objektivität der Texte. Stil der Presse und Publizistik.

Für den Stil der Presse und Publizistik ist die innere Verquickung von Verkehrs- und Ausdrucksfunktion der Sprache charakteristisch. Der publizistische Stil muss sachliche und emotionale Überzeugungskraft besitzen.

Auf der grammatischen Ebene sind hier Parallelismen und Antithesen, Fragen und Antworten, Wiederholungen und Aufzählungen am Platze. Der Stil der Presse und Publizistik ist auch durch emotionale Wortfolge, Ausrufe- und Fragesätze, durch Abbrüche und Einschaltungen gekennzeichnet.

Auf der lexischen Ebene verwendet man als Tatsachen- und Beweismaterial aktuelle Realienbezeichnungen (Namen, Orts- und Zeitangaben, Daten, Zitate u. a.), Termini, Professionalismen, Schlagwörter. Als sprachliche Mittel der Emotionalität werden expressiver Wortschatz, Phraseologie, zahlreiche Tropen und Vergleiche, Periphrasen, Epitheta usw. gebraucht.

Je nach dem Genre der schriftlichen bzw. mündlichen Publizistik variiert auch die Verwendungsweise der innerhalb dieses Stiltyps gegebenen Ausdrucksmöglichkeiten. Reportage und Feuilleton müssen den literarisch-künstlerischen Ansprüchen der schönen Literatur entsprechen (daher steht ihnen der gesamte Apparat an Ausdrucksmitteln der schönen Literatur zur Verfügung). Die politischen und wissenschaftlichen Artikel sind zum Teil nach den Gesetzmäßigkeiten des wissenschaftlichen Stils gebaut.

1. Stil der Belletristik.

Die meisten literarischen Werke sind Kunstwerke, zu deren Ziel ästhetische Einwirkung auf den Leser gehört. Die Sprache eines künstlerischen Werks ist expressiv, d. h. bildlich, anschaulich, emotional. Das betrifft alle Ebenen des sprachlichen Ausdrucks.

Auf der phonetischen Ebene sind das Reim, Lautinstrumentierung, Assonanz, Alliteration und weitere Erscheinungen, die die Sprechweise der handelnden Personen eines Werkes sozial, bildungsgemäß, territorial, zeitlich und individuell charakterisieren.

Auf der syntaktischen Ebene findet man hier lockere Satzstrukturen, expressive (nicht normative) Wortstellung usw.

Auf der lexischen Ebene sind das Tropen, bewertende Wörter, Wörter mit gesenkter oder gehobener Stilfärbung, charakterologische Lexik, Wörter mit expressiver Wortbildung.

2. Stil der Alltagsrede.

Die Hauptfunktion des Stils der Alltagsrede besteht darin, ungezwungen-intime Mitteilungen privater Natur oder sachliche, aber nicht offizielle Feststellungen aus dem Alltags- und Arbeitsleben im mündlich-dialogischen Verkehr an Gesprächspartner zu leiten. Er tritt aber auch mündlich-monologisch zutage, nämlich in Berichten, Erzählungen mit Alltagsthematik, in Reden anlässlich verschiedener Vorkommnisse (Hochzeit, Geburt usw.). Schriftliche Form ist in der Privatkorrespondenz und in Tagebüchern zu finden.

Die Hauptzüge des Stils der Alltagsrede sind ungezwungene, lockere Gesamthaltung beim Sprechen, Emotionalität und subjektive Bewertung der Aussage, Konkretheit, Bildhaftigkeit, Schlichtheit und Dynamik, Hang zu Humor, Spott und Satire, Hang zur Umständlichkeit der Rede einerseits und zur Kürze andererseits.

Auf der phonetischen Ebene werden solche Sprachmittel wie Aphärese, Synkope, Apokope, Assimilation, dialektale Besonderheiten usw. verwendet.

Auf der syntaktischen Ebene gehören zu den typischsten syntaktischen Modellen und Satzarten Ellipse, Aposiopese, Prolepse, Isolierung, eingliedriger Satz, Nachschub, Ausrufesatz, Fragesatz, expressive Wortstellung, Parenthese.

Auf der lexischen Ebene findet man hier emotional gefärbte Wörter, lexische Einheiten umgangssprachlicher, salopper und derber Stilfärbung, Wörter mit bewertender Komponente, Schwamm- und Fremdwörter, Partikeln, Vulgarismen, Jargonismen usw.

Текст статьи
  1. Arndt Peter. Kommunikationsbedingungen – stilbedingende Faktoren – Text- und Stilkonstitution / P. Arndt // Zeitschrift für Germanistik. – 1980.– Vol. 1, No. 1 (März). – pp. 21-36.
  2. Brandes M. P. Übungen zur deutschen Textstilistik (М. П. Брандес. Практикум по стилистике текста. Немецкий язык) / М. П. Брандес. – Москва: Академия, 2004. – 180 с.
  3. Duden. Das Stilwörterbuch. Mannheim; Leipzig; Wien; Zürich : Dudenverlag, 2017. – 1104 p.
  4. Faulseit Dieter. Stilistische Mittel und Möglichkeiten der deutschen Sprache / D. Faulseit, G. Kühn. – Leipzig : VEB Bibliographisches Institut, 1969. – 294 p.
  5. Fix Ulla. Textlinguistik und Stilistik für Einsteiger. Ein Lehr- und Arbeitsbuch / U. Fix, H. Poethe, G. Yos. – Frankfurt am Main: Peter Lang, Internationaler Verlag der Wissenschaften, 2002. – 236 p.
  6. Ильнер А.О., Луговых Е.В., Учурова С.А. Grundlagen der deutschen Sprachtheorie: Lexikologie, Phonetik, Grammatik und Stilistik, 2018 Ural, Russland.
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